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COPLANT-Studie

COPLANT steht für COhort on PLANT-based Diets. Dahinter verbirgt sich die bisher größte Kohortenstudie zu pflanzenbasierter Ernährung im deutschsprachigen Raum – ein Projekt des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), des Max Rubner-Instituts (MRI), dem Forschungsinstitut für pflanzenbasierte Ernährung (IFPE) und fünf universitären Partnern: Friedrich-Schiller-Universität Jena, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Universität Regensburg und Universität Wien. Ab April 2024 sollen deutschlandweit und in Wien (Österreich) ca. 6.000 Menschen im Alter von 18-69 Jahren für die Teilnahme an der Studie gewonnen werden.

Der Begriff „pflanzenbasierte Ernährung“ wurde in den letzten Jahren neu geprägt und umfasst Ernährungsweisen, deren Hauptbestandteile rein pflanzlichen Ursprungs sind – darunter Gemüse, Obst, Nüsse, Samen, Öle, (Vollkorn-) Getreide und Hülsenfrüchte. Je nach Ernährungsweise kommen Milchprodukte, Fisch, Meeresfrüchte und Eier hinzu.

Gegenstand der COPLANT-Studie bilden die folgenden Ernährungsweisen:

  • vegan (keine tierischen Produkte)
  • vegetarisch (kein Fleisch und Fisch, aber Milchprodukte und Eier)
  • pescetarisch (kein Fleisch, aber Fisch)
  • omnivor (Mischkost einschließlich aller möglichen tierischen Produkte)

Ziel ist es, neue Erkenntnisse zu den Vor- und Nachteilen pflanzenbasierter Ernährungsformen zu gewinnen. Es wird beispielsweise untersucht, welche Vitamine und Mineralstoffe ausreichend aufgenommen werden und welche zu kurz kommen. Was passiert im Stoffwechsel, wenn vollständig auf tierische Lebensmittel verzichtet wird? Wie wirken sich die einzelnen Ernährungsweisen auf die Körperzusammensetzung und die Knochengesundheit aus? Unterscheiden sich die pflanzenbasierten Ernährungsweisen von einer Mischkost hinsichtlich der Aufnahme von Kontaminanten oder anderen unerwünschten Stoffen? Außerdem möchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler herausfinden, mit welchen ökologischen, sozialen und ökonomischen Auswirkungen die Ernährungsweisen verbunden und wie nachhaltig diese insgesamt sind.

Ziele Coplant

 

Datenlücken schließen

Obwohl das Interesse für vegane und vegetarische Ernährungsweisen stetig wächst, liegen derzeit nur wenige wissenschaftlich belastbare Daten zur pflanzenbasierten Kost vor. Ergebnisse früherer Studien zum Thema sind nicht unbedingt auf die heutigen Ernährungsformen übertragbar. Beispielsweise stieg das Angebot von veganen Lebensmitteln und Fleischersatzprodukten, die teilweise hochverarbeitet, zucker-, fett- und salzreich sind, in den letzten Jahren deutlich an.

Die aktuellen größeren epidemiologischen Projekte in Deutschland schließen nahezu keine Veganerinnen und Veganer ein. Zudem werden die hier eingesetzten Ernährungserhebungsinstrumente einer pflanzenbasierten Ernährung nicht gerecht. Auch international liegen bislang nur wenige Daten zu pflanzenbasierten Ernährungsweisen vor – insbesondere zur veganen Ernährung. So ist die gesundheitliche Einordnung dieser Ernährungsweisen im Sinne der Risikovorbeugung und -früherkennung derzeit kaum möglich. Erkenntnisse über Nachhaltigkeitswirkungen verschiedener Ernährungsweisen liegen bislang nur in einzelnen Facetten, jedoch nicht in der Gesamtschau aller relevanten Dimensionen Gesundheit, Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft vor. COPLANT soll bestehende Datenlücken schließen und somit evidenzbasierte Ernährungsempfehlungen zu einer pflanzenbasierten und nachhaltigen Ernährung ermöglichen.

Besonderheiten zur Datenerhebung

Die Ernährung wird von allen Teilnehmenden detailliert mittels einer speziell für die Studie angepassten App an verschiedenen Tagen erfasst. Anders als in bisherigen Studien kann hierbei auch der Verzehr von neuartigen veganen und vegetarischen Lebensmitteln umfassend ermittelt werden. Zudem wird durch die Untersuchung von Biomarkern in Blut und Urin untersucht, ob die jeweilige Ernährungsweise mit einer unterschiedlichen Aufnahme von Kontaminanten wie z. B. Schwermetallen, Schimmelpilzgiften oder anderen unerwünschten Stoffen einhergeht. Die Abgabe einer Stuhlprobe ermöglicht es, Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Ernährungsweisen und den Darmbakterien zu erfassen. Auch Schwangere und Stillende können an der Studie teilnehmen. Zudem ist in den Studienzentren des BfR und des MRI geplant, auch den Kindern von Studienteilnehmenden eine Studienteilnahme anzubieten. Darüber hinaus werden nachhaltigkeitsrelevante Aspekte im Ernährungsverhalten analysiert.

Prävention und Behandlung von Volkskrankheiten

Um Zusammenhänge zwischen Ernährungsform und typischen Volkskrankheiten wie z. B. Typ 2 Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs beurteilen zu können, ist eine Nachbeobachtung der Studienteilnehmenden von mindestens 20 Jahren geplant. Die gesammelten Daten können wertvolle Einblicke für neue Präventions- und Therapiekonzepte liefern.

COPLANT in Zahlen

  • Acht Studienzentren (Bundesinstitut für Risikobewertung (Berlin), Forschungsinstitut für pflanzenbasierte Ernährung (Gießen), Friedrich-Schiller-Universität Jena, Max Rubner-Institut (Karlsruhe), Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Universität Regensburg und Universität Wien.
  • Circa 6.000 Probandinnen und Probanden im Alter von 18-69 Jahren mit veganer, vegetarischer, pescetarischer oder gemischter Ernährungsweise (800 pro Studienzentrum, davon 200 pro Ernährungsweise).
  • 20 Jahre Nachbeobachtung

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